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Rudolf Bultmann
Theologe, * 20.8.1884 in Wiefelstede bei Oldenburg, + 30.7.1976 in Marburg (Grabstätte: Friedhof Ockershäuser Allee, Inschrift).
Studium in Tübingen, Berlin und Marburg (7 Semester, 1903-06). Danach in Marburg Repetent der Hess. Stipendiatenanstalt, 1912-1916 Priv.-Doz. und ab 1921 Prof. für Neues Testament (1951 Emeritierung).
Bedeutendster und einflußreichster Exeget des 20. Jh. ("Bultmannschule").
Im Dritten Reich war B. Mitglied des ‚Pfarrernotbundes' (1933) und der ‚Bekennenden Kirche' (1934). Prägung durch die liberale und religionsgeschichtliche, historisch-kritische Theologie der Zeit vor dem 1. Weltkrieg.
Seit den frühen 20er Jahren einer der Hauptvertreter der Dialektischen Theologie mit Ausrichtung auf ein hermeneutisches Programm der existentialen Interpretation (Einfluß von Martin Heideggers Sein und Zeit: Auslegung der ntl. Texte als verkündigtes Wort Gottes (Kerygma) auf das sich in ihnen aussprechende Existenzverständnis hin.
Nach 1945 Verbindung der exist. Interpretation mit dem sog. Entwurf einer Entmythologisierung des biblischen mythologischen Weltbildes angesichts des heutigen aufgeklärt-naturwissenschaftlichen Wirklichkeitsverständnisses, was eine heftige öffentliche Debatte auslöste.
Prägnante Kurzformel seiner Theologie: Glauben und Verstehen.
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